Frühgeschichte der Meerschweinchen

7000 bis 4000 v.Chr.

Fast die Hälfte der Jagdbeute damaliger Inkas, bestand alten Knochenfunden nach aus Wildmeerschweinchen.

1000 v. Chr.

Knochenfunde aus dieser Zeit, deuten auf die erste Domestizierung unserer Hausmeerschweinchen hin.

1492   bis 1500        

Der genuesische Seefahrer Christoph Kolumbus, in spanischen Diensten, entdeckte in dieser Zeit Kuba, Haiti und Südamerika.

1532  

Der Eroberer Francisco Pizarro unterwirft die Inkas in Peru, nimmt den Inkaherrscher Atahualpa in Cajamarca gefangen. Pizarro fand zu dieser Zeit bei den Inkas vier Haustierarten vor:  

Lamas, Alpakas, Hund und Meerschweinchen.

1554

Erste genaue Beschreibung der Meerschweinchen in Europa, durch den Schweizer Arzt und Naturforscher Conrad Gessner.

ca. mitte 16.Jhd.   

Die ersten Meerschweinchen wurden durch holländändische und spanische Seefahrer nach Europa gebracht.

1889

Anhand von Meerschweinchen - Mumien aus Gräbern der Totenfelsen von Ancon  in Peru, stellte der Zoologe Alfred Nehring übereinstimmende Merkmale zwischen den Wildmeerschweinchen Cavia aperea tschudii und den domestizierten Meerschweinchen der Inkas fest. Nehring erforschte und züchtete  Meerschweinchen in seinem Institut und kam zu dem Entschluss, dass unser Hausmeerschweinchen, mit seinem wissenschaftlichem Namen Cavia porcellus, anhand anatomischer Untersuchungen, sich auf die Stammform Cavia cutleri, einer Unterart des Cavia apereas, zurückführen lässt.

           Quelle: Auszüge aus Büchern von Brehm, Rosl Kirchshofer, Dr. G. Schmidt.

 

 Das Leben der  Meerschweinchen bei den Inkas

Bereits lange vor der Entdeckung Südamerikas hielten sich die Indianer des peruanischen Hochlandes die Meerschweinchen als Haustiere. Die Meerschweinchen waren in den Hütten bzw. in den Küchen der Inkas untergebracht, liefen frei herum oder saßen in speziell für sie geschaffenen Mulden und wurden mit Küchen- und Gemüseabfällen, Mais oder Gerstehalmen gefüttert.                                      

Auch heute noch werden domestizierte Meerschweinchen teils von ärmeren Bergbauern in deren Hütten gehalten bzw. gezüchtet und auf Basaren lebend oder als Delikatesse “frisch vom Grill”, wie bei uns das Hähnchen, zum Verkauf angeboten.                    

In einigen Staaten Südamerikas werden die Meerschweinchen heute teils auch auf größeren oder kleineren Farmen gezüchtet, mit dem Zuchtziel, besonders große, massige und fruchtbare Tiere für die Ernährung der Bevölkerung zu erhalten. Diese Fleischrassen werden “Cuyes” genannt, welche ein Gewicht von 2 bis über 3 kg erreichen können.

Lange dienten die Meerschweinchen den Inkas als Hauptfleischquelle, erst als zunehmend Lamas und Alpakas gehalten und gezüchtet wurden, gerieten sie etwas ins Hintertreffen. Man begann dann aber, die Meerschweinchen teils auch aus Liebhaberei zu züchten, indem sie nach Farbschlägen sortiert wurden. Berichten nach, sollen die domestizierten Meerschweinchen in den Anfängen noch keine Schwarzscheckungen besessen haben, sondern waren weiß, gelb, rot, wildfarben -oder genannte mit Weißscheckung.               

Später bzw. auch in heutiger Zeit kommen schwarzgescheckte oder einfarbig schwarze Meerschweinchen genauso vor, die zwar als Fleischlieferant verschmäht und deshalb wohl auch nicht direkt gezielt gezüchtet werden, jedoch seit je her für Weissagungen oder Heilungsriten ihre Verwendung finden.

Früher wurden die Meerschweinchen auch als Grabbeigaben oder Opfertiere genutzt.                                          Fundstücke von Ausgrabungen: Foto, hier klicken

Von spanischen und holländischen Seefahrern wurde das Meerschweinchen im 15. Jahrhundert nach Europa gebracht und als seltener Exot zu hohen Preisen an reiche Kolonialherrschaften, für deren Kinder als Spieltiere, veräussert.

Der Versuch, die Meerschweinchen auch hierzulande als Fleischlieferant zu nutzen, währte nicht lange. Zur Zeit des 1. Weltkrieges versuchte man zudem kurzfristig, sie für die Pelzindustrie zu nutzen, doch hauptsächlich dienten sie schließlich der Forschung in Versuchslaboren und natürlich nach wie vor als beliebte Heimtiere für Kinder- als auch für Erwachsene.

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